Die „Glasmenagerie“ wurde aufgrund fehlender Rechte zwar einstudiert, aber nicht öffentlich aufgeführt. Es war ein reines „Lernprojekt“ für die Schauspieler.

`Nur die Tiere müssen ihren Instinkt befriedigen! Du hast doch sicher höhere Ziele als ein Tier?`
Heute wie damals sehen wir uns konfrontiert mit Selbstverwirklichung und Realitätsflucht, gebunden an Fortschreibungen des American Dreams, dessen traumhafte Zukunftsmalerei von paradiesischen Lebensumstän­den immer wieder von Zeiten wirtschaftlicher Depressionen überschattet und eingedämmt wird. Tenessee Williams GLASMENAGERIE, ein Stück aus dem Land, in dem die Neurosen blühen, handelt genau davon. Von Zerbrochenen Illusionen, zerstörten Hoffungen, einer Vergangenheit, die die Gegenwart erdrückt, Träume, die zu Ideologien werden, Lügen, die das Leben ersetzen: Amanda Wing­field lebt mit ihren beiden erwachsenen Kindern beengt in ärmlichen Verhältnissen. Sie schwärmt von ihrer längst vergangenen Jugend, den guten alten Zeiten und überschüttet die Kinder mit Mutterliebe. Die „leicht verkrüppelte“ Tochter Laura, soll verheiratet werden, um Amandas Wunsch von der „heilen Familie“ entsprechen zu können.
Doch Laura flüchtet sich in ihre eigene Welt. Eine Welt aus Glas. Ihr Bruder Tom dagegen schuftet Tag für Tag in einer Fabrik, um den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen. Um der Realität seines eigenen Lebens zu entfliehen, geht er Nacht für Nacht ins Kino und kehrt erst spät, sehr zum Ärger seiner Mutter, betrunken nach Hause.
Und über allem schwebt das Bild des Vaters, des Ehemannes, der die Familie schon längst verlassen hat. Doch eines Tages kommt Jim zum Abendessen. Ein Arbeitskollege Toms und Lauras heimlicher Schwarm. Er soll die Erfüllung all ihrer Träume sein und wird zur Projektionsfläche all ihrer Sehnsüchte.

Es spielen: Désirée Leers als Amanda, Sashana Haber als Laura, Francesco Riero als Tom und David Westermann als Jim.
Regieassistenz: Lilli Waishar
Cello, Klavier, Elektronik: Hannah Schwegler
Regie: Markus Schlüter